Verkehrsinitiative Hagnauer Bürger e.V.
VIHaB e.V.

Generalversammlung der Hagnauer Verkehrsinitiative - Rückblick 2018 und Planungen für 2019

Zur dritten Generalversammlung der Verkehrsinitiative Hagnauer Bürger e.V. seit ihrer Gründung 2016 konnte der Vorsitzende Bernd Saible über ein Viertel der inzwischen dreihundertvierzig Mitglieder sowie den Bürgermeister der Gemeinde, Volker Frede, im dicht besetzten Saal des Hagnauer Rathauses begrüßen.  Neben dem Jahresbericht des Vorstands stand im Zentrum des Intesses die Entwicklungen im Planungsprozess zur B31Neu.  

 

VIHaB e.V. Mitgliederversammlung 2018  am 29.01.2019 Rathaus Hagnau                               Vorsitzender Bernd Saible 

(alle Bilder:  Harald Gutemann)   

Nach kurzer Einführung durch den Vorsitzenden stellten die Mitglieder des Vorstands Heiko Löscher und Benjamin Leitgib den Jahresbericht 2018 vor. Die Arbeit der zahlreichen aktiven Vereinsmitglieder konzentrierte sich im zurückliegenden Jahr vor allem auf das Engagement im Planungsprozess zur B31Neu sowie das innerörtliche Projekt der Verkehrsberuhigung in der Hagnauer Seestraße durch Einrichtung einer Fußgängerzone.  

Vorstandsmitglied Heiko Löscher 

Aktivitäten im B31Neu-Planungsprozess im Rückblick auf 2018

Heiko Löscher erläuterte in seinem Part des Vorstandsberichts die Aktivitäten und Aktionen der Verkehrsinitiative im Hinblick auf die B31Neu-Planung. Seit Mitte 2017 kooperiert Hagnau mit den Verkehrsinitiativen Immenstaad und Stetten im B31Neu BÜNDNIS PRO 7.5 PLUS.  Ebenso intensiv werden hier die Interessen des Winzervereins Hagnau eG mit seinen zirka sechzig Winzern vertreten, der ebenfalls von Anfang an Mitglied des B31Neu Bündnisses ist. Mitte 2018 wurden weiterhin der BLHV-Ortsverband Hagnau als Vereinsmitglied aufgenommen, um auch die Interessen der Hagnauer Obstbauern in den laufenden Planungsprozess einzubringen. 

Vorstandsmitglied Heiko Löscher erinnerte an die erste große gemeinsame Aktion des B31Neu Bündnisses im März 2018. In direkter zeitlicher Abfolge wurden in den Gemeinden Immenstaad, Stetten und Hagnau die gemeinsamen Positionen des Bündnisses der Öffentlichkeit vorgestellt. In allen Ortschaften zeigten die sehr gut besuchten Informationsveranstaltungen, dass es den Initiativen gelungen war, das Interesse der Bürgerinnen und Bürger am Planungsprozess des Regierungspräsidiums zur B31Neu zu wecken. Die Bestätigung der Positionen und der Argumentation des Bündnisses - so Löscher - wurde jeweils in den Diskussionen und Rückmeldungen der Teilnehmer transparent. Ebenso konnten Hagnau, wie auch Immenstaad nach diesen Veranstaltungen sehr viel Unterstützung durch zahlreiche neue Mitgliedschaften in ihren Initiativen erfahren. Die Stettener Initiative „Team B31 Stetten“ fand ebenfalls regen Zuspruch und viel Unterstützung durch die Einwohner der Gemeinde. 

Das zweite wichtige Projekt der Verkehrsinitiative Hagnau im B31Neu-Bündnis war die Herstellung und die gemeinden-übergreifende Verteilung einer InfoZeitung zur B31Neu. Mit 15.000 Exemplaren galt es, so Löscher, die Positionen und die argumentative Grundlage der Seegemeinden Hagnau, Stetten und Immenstaad zur B31Neu in eine breite Öffentlichkeit zu bringen und die Diskussion anzuregen. Was von den Vertretern der Meersburger, Ittendorfer und Markdorfer Interessen als provokativ empfunden wurde,  erlebte ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger der Seegemeinden und in der Region offensichtlich eher positiv. Das zeigten sowohl die zahlreichen positiven Rückmeldungen wie auch die Nachfrage nach weiteren Exemplaren der InfoZeitung zur B31Neu.  Löscher wertete beide Projekte zwar als für die ehrenamtlich tätigen Aktiven im Verein als zeitlich sehr aufwendig, jedoch in der  Sache als sehr Gewinn bringend im Hinblick auf die klare Definition der eigenen Positionen in der Diskussion über die B31Neu und die Resonanz in der Öffentlichkeit.


Interessenvertretung im Dialogprozess zur B31Neu

Eine kontinuierliche Aufgabe der Verkehrsinitiative besteht in der Interessenvertretung der Hagnauer Gemeinde im Rahmen des B31Neu-Dialogforums.  Heiko Löscher dankte hier den aktiven Vereinsmitgliedern für ihre Bereitschaft, sich sowohl in den Facharbeitskreisen wie auch im Dialogforum der Bürger zu engagieren, um die Hagnauer Sicht und Bedürfnisse einzubringen.

Verkehrsberuhigung Seestraße - ein innerörtliches Projekt

Gemäß Vereinssatzung hat sich die Hagnauer Verkehrsinitiative auch für die innerörtlichen Verkehrsfragen und Belange der Bürger aktiv zu zeigen. Vorstandsmitglied Benjamin Leitgib stellte in seinem Part des Rechenschaftsberichts das zweite umfängliche Engagement der Initiative in 2018 im Zusammenhang mit dem innerörtlichen Hagnauer Projekt der Verkehrsberuhigung in der Seestraße dar. In der Regie von Hagnaus Bürgermeister Volker Frede und in der Zusammenarbeit mit dem Hagnauer Gemeinderat, so erläuterte Leitgib, galt es in der Saison 2018 die weitere Vorgehensweise und die Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung in der Seestraße zu entwickeln. Mit Verkehrszählungen, Videodokumentationen, Befragungen und Analysen   engagierten sich Mitglieder der Verkehrsinitiative, um die Verkehrsproblematik zu erfassen und mit Zahlen, Daten und Fakten den Handlungsbedarf zu definieren. Ebenso galt es, die Stimmung und Interessen in der Bevölkerung und unter den Hagnauer Gästen zu ergründen, um eine sinnvolle und von den Betroffenen akzeptierte Lösung für 2019 entwickeln zu können. In verschiedenen moderierten Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung entschieden sich die Teilnehmer für 2019 eine beständige saisonalen Einrichtung einer Fußgängerzone "light" sowie für die Einrichtung einer alternativen Route für den Bodenseeradweg durch Hagnau. Im Lauf des Prozesses zeichnete sich ein Konsens der betroffenen Bürger ab, so dass der Realisierung des Konzepts in der Saison 2019 und einer positiven Entscheidung des Gemeinderats nichts mehr im Wege stand. 


Bürgermeister Frede - Entlastung und Dank

      Bürgermeister Volker Frede 

Die für eine Generalversammlung obligatorische Präsentation der Vereinsfinanzen und des Rechenschaftsberichts erfolgte durch Finanzvorstand Thomas Urnauer und die Kassenprüfer Bernd Heim und Franz Schwörer. Hagnaus Bürgermeister Volker Frede leitete die Entlastung des Vorstands ein, die durch die Vereinsmitglieder einstimmig erfolgte.  Frede betonte in einem kurzen Statement die Bedeutung der Themen, für die sich die Verkehrsinitiative engagiere. Er dankte allen Akteuren für ihre Arbeit und wies angesichts der zunehmend entscheidenden Phasen der B31Neu-Planung darauf hin, dass es sich jetzt für die Interessen der Seegemeinden deutlich zu positionieren und einzusetzen gelte. Auch die Bürgerinnen und Bürger hätten am 12. Februar 2019 bei einer Infoveranstaltung des Regierungspräsidiums in Markdorf die Möglichkeit, durch Präsenz ihr Engagement für die Hagnauer Positionen zu zeigen. 


Aktivitätsplanung des Vereins für 2019 

Angesichts der Ende 2018 vom Regierungspräsidium getroffenen Trassenvorauswahl für die B31Neu steht für die Hagnauer Verkehrsinitiative eindeutig das Engagement im B31Neu-Projekt im Vordergrund.  

Vorstandsvorsitzender Bernd Saible erläuterte in seinem Ausblick auf das Jahr 2019 zunächst die aktuelle Entwicklung im B331Neu-Planungsprozess und stellte die Vorauswahl der Trassen dar. Sie werden, - so Saible -,  von der Behörde in den nächsten Monaten der vergleichenden detaillierten Planung unterzogen. Wenn alles planmäßig laufe, werde es Ende des Jahres 2019 eine Entscheidung über die dann zu realisierende Trasse geben.


Vertiefte Kooperation im B31Neu Bündnis

Der Vorstand der Verkehrsinitiative hat sich angesichts der Entwicklungen im B31Neu Planungsprozess im Hinblick auf das weitere Vorgehen eindeutig für die verstärkte Kooperation mit den Initiativen von Stetten und Immenstaad ausgesprochen.  „Gerade jetzt,“ - so Saible - , „ist  die Solidarität der Seegemeinden gefragt, die sich für die Realisierung der ehemaligen linienbestimmten 7.5 Variante, jetzt neu benannt als Lösungsansatz  C1.1 in einer leistungsfähigen vierspurigen Bauweise einsetzen“.  Die beiden anderen verbliebenen Trassenvarianten im Mittel- Korridor B und im Süd-Korridor A (die seenahe Ausbauvariante) gelte es angesichts ihrer untragbaren Konsequenzen für die Seegemeinden zu verhindern. Ausführlich entwickelte Bernd Saible die argumentative Begründung dieser Positionen des B31Neu Bündnisses. „Alle Argumente und Bedenken, die wir bereits in der Vergangenheit pro 7.5 sowie contra 9.3 und die Ausbauvariante 0.1 formuliert haben, werden durch die jetzt vorliegenden Planungsunterlagen noch einmal verstärkt und in ihren negativen Konsequenzen deutlich sichtbar“, so referierte Saible. Eindeutig gelte nach wie vor  das Plädoyer für die jetzt neu benannte Trasse C 1.1 in einer zweibahnigen und vierspurigen Ausführungsqualität. Das werde man auch in den nächsten Wochen und Monaten gegenüber dem Regierungspräsidium vertreten. 

Im B31Neu-Bündnis der Verkehrsinitiativen ist deshalb momentan eine Projektgruppe mit einer  vertieften Analyse der Trassenvorauswahl befasst. Ebenso werden die bisherigen Aussagen und Stellungnahmen der Verkehrs- und Naturschutzgutachter durchleuchtet. Bis Mitte/Ende Februar 2019 ist eine schriftliche Eingabe an das Regierungspräsidium mit der Stellungnahme der Mitgliedsgemeinden zur Trassenvorauswahl geplant.  

Bernd Saible betonte zum Schluss seiner Ausführungen auch die immer wichtiger werdende, öffentlich wahrnehmbare Zusammenarbeit der Initiativen mit den Gemeinderäten und Bürgermeistern der Seegemeinden Stetten, Hagnau und Immenstaad. "Es gilt die nächsten Monate intensiv zu nützen, um den Planern im Regierungspräsidium die Interessen, Überlegungen und Bedenken der Bündnisinitiativen zur Kenntnis zu bringen!" 

Am Schluss der sehr anregenden Jahreshauptversammlung der Verkehrsinitiative standen reger Austausch, vertieftes Nachfragen und engagierte Diskussionen der Vereinsmitglieder gemäß guter Hagnauer Tradition bei einem Glas Prosecco.  

            

Written by BS on Sonntag Februar 17, 2019
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